DIY Rahmen lackieren

Fertig zur Weiterverarbeitung der Honda CB50 Rahmen

Fertig zur Weiterverarbeitung der Honda CB50 RahmenSo fängt es immer an, auf dem Swap-Meet ein altes Teil erstanden oder in der Garage beim Aufräumen das vor 15 Jahren abgestellte Bike gefunden. Schön mit Schmiere und Rost, der sich über die Jahre ausgebreitet hat. Nun hat nicht jeder eine Teile-Waschanlage zuhause oder den nötigen Kompressor für die Sandstrahl-Kabine. Fett und Schmiere löst man am besten mit Fett. Statt teurer Mittelchen aus dem Baumarkt und Reformhaus, holt man sich einen halben Liter Diesel, einen breiten Pinsel, Einmal-Handschuhe und eine flache, idealerweise breite Plastikwanne – fertig ist die improvisierte Waschanlage… die verschmutzte Dieselbrühe kommt dann zum Recyclinghof. Ein guter Kontakt zum lokalen Benzin-Zapfer hilft auch weiter.

Als nächster Schritt müssen die alten Farbschichten runter, dabei heißt es ab bis zum Metall. Alles andere gibt nur häßliche Narben, Huckel und Flächen, die iregndwann sicher vom Rost unterlaufen werden. Der einfachste und effektivste Weg ist der Gang zu einem Beschichter mit der Bitte, den Rahmen doch mal eben mit zu strahlen. Am besten schickt man da seine Frau mit Lächeln und Augenaufschlag, das drückt heftig die Preise. Anderenfalls ist man je nach Größe zwischen 30 bis 80 Euro los aber viele Stunden Lebensqualität reicher, denn der bittere Weg Lackschichten vom Rahmen zu kratzen heißt dann bürsten, schmiergeln, schleifen. Wer noch Restmengen an ultragiftigem Abbeizer beim Farbdealer seines Vertrauens auftreiben kann, greift zu dieser schnellen Variante. Die handelsüblichen Abbeizer, die es im Baumarkt gibt, sind Kinderkram. Da kann man den Rahmen auch in Cola legen…

Schleifen, schleifen und nochmals schleifen

Wozu hat man denn die gute Bohrmaschine? Drahtaufsätze von brutal bis zart für die ersten Schichten und das Aufrauen. Noch besser vom Handling wäre ein kleiner Winkelschleifer. Dieser hätte den Vorteil, daß man nach dem Aufrauen mit der Schrub- bzw. Fächerscheibe den widerspänstigen Farbflecken zu Leibe rücken kann. Immer dabei Schutzbrille tragen und die Flex weg vom Körper halten. Kein Spaß, geht sauschnell. Normalerweise gehen mit dieser Methode 95% aller Farbflächen runter, ärgerlich werden die Übergänge zwischen Rahmen-Rohren z.B. am Lenkkopf oder rund um Halter etc. Da wo der Schleifer nicht hinkommt, muß man dann manuell mit der Bürste und groben Sandpapier (bis 180er) ran. Wer einen Heißluftfön besitzt, kann die Farbe etwas erwärmen. Von Hand schleifen ist immer eine undankbare Arbeit und entspannt durch wiederholtes vor sich hin fluchen.

Ist die Farbe erstmal ab, muß das Metall vor dem Neuaufbau, egal ob mit Spray-Dose oder Rolle, von allen Staubresten gereinigt und dann komplett und sorgfältig entfettet werden. Bester Entfetter ist Aceton, das es als billige Eigenmarke in jedem Baumarkt gibt. Zum Entfetten dabei einen fusselfreien Lappen nehmen und wieder Einmal-Handschuhe anziehen, um jeden Fettfinger zu vermeiden. Ist das Metall nicht fettfrei, heben sich die Lackschichten in kürzester Zeit wieder ab und die ganze Arbeit war umsonst. Als nächstes werden die Unebenheiten des bearbeiteten Metalls mit einem Filler ausgeglichen. Hier sollte man zu einem hochwertigen Produkt aus dem Autozubehör greifen. Fillern, leicht anschleifen mit 600 bis 800er Papier, am besten nass, und dann nochmal eine leichte Schicht rüberlegen. Mindestens über Nacht durchtrocknen lassen. Dann kann man mit der Grundierung weitermachen. Lieber mehrmals dünne Schichten legen als eine fette, die auf Dauer keine richtige Verbindung eingeht und abplatzt. Gut durchtrocknen lassen und keine Ungeduld beim Lackaufbau zulassen! Nach dem Trocken wird die Grundierung wieder leicht mit feinem Sandpapier angeschliffen, gereinigt und entfettet. Jetzt Vorsicht mit dem Aceton, denn das kann bei zu üppigen Gebrauch die modernen Lacke wieder anlösen.

Honda Dax Rahmen abkleben und lackieren

Mit ein wenig Klebeband aus dem Hobbymarkt lassen sich gute Effekte erzielen.

Wer seinen Rahmen nur in üblichem Schwarz lackieren möchte, sucht sich einen warmen Tag, klebt alles ab was nach Gewinde aussieht und verschließt den Lenkkopf. Dann mit Abstand und ruhiger Bewegung in einer Richtung mit der Dose den Lack aufbringen. Immer nur in einer Richtung sprühen ist deshalb wichtig, um u.a. häßliche Läufer zu meiden. Am besten läßt man die erste Schicht leicht antrocknen und zieht dann eine zweite deckende Schicht usw. Wer mit Farbe oder mehrfarbig lackieren möchte, beginnt immer mit der hellsten Farbe als ersten Arbeitsschritt. Professionell sehen sofort zweifarbige Lackierungen mit abgesetzten Linien aus. Diesen Effekt erzielt man spielend einfach mit speziellen Klebeband wie es im Airbrush verwendet wird. Dieses Klebeband ist in verschieden Breiten erhältlich, hat im Gegensatz zu einem Kreppband – das geht gar nicht! – eine andere Struktur und Kleber und läßt sich mit etwas Übung in Bögen und anderen Formen legen. Ein super-scharfer Cutter ist nötig, um das Band passgenau abzulängen. Dabei wieder die Reihenfolge beachten, erst die hellen Töne sprühen und mit den dunklen Farben Akzente und scharfe Kanten setzen. Das Klebeband sollte dann vorsichtig kurze Zeit nach dem Sprühen und bevor der Lack trocken ist, wieder entfernt werden.

Tips zur Verarbeitung

Bei allen Lackarbeiten den Raum gut durchlüften. 2K Lack (Zweikomponentenlack) aus dem Fachhandel besorgen. Dieser ist zwar teurer als 1K Lack, hat aber eine deutlich bessere Qualität. Die Trocknung erfolgt durch Zugabe eines Härters und nennt man chemische Trocknung. Durch den zusätzlichen Härter entsteht ein neues Material im Gegendsatz zu einem 1 K Material. Ein 1 K Lack wird nur verdünnt, so bleibt das Grundmaterial nach der Trocknung unverändert. 2K-Lacke brauchen zum Trocknen auch Sauerstoff damit eine perfekte Oberfläche erreicht wird. Ein Mehrkomponentenlack trocknet somit chemisch und physikalisch. Hier ist eine Auswahl von RAL 2K Lacken ->http://www.autolackenter.de

Den Rahmen oder die zu lackierenden Teile idealerweise frei hängend oder anderweitig frei zugänglich befestigen. Lackieren auf dem Boden geht immer daneben. Kippt um, schmiert, Stellen ohne Farbe.

Und zum Schluß

Klarlack auf die Farbe zum Schutz und für den Glanz. Wenn ein wenig die Rahmenbedingungen stimmen wie Aussentemperatur, Staub und Lack-Qualität wird das Ergebnis garantiert super aussehen und das zu einem deutlich günstigeren Preis. Wer’s doch einfacher mag, bringt ihn zum Kunststoff-Beschichten.

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